Den Europäischen Kodex gegen Krebs gibt es bereits seit den 1980er Jahren. Er wird regelmäßig überarbeitet, um den aktuellen Stand der Forschung abzubilden. Die fünfte, im Februar veröffentlichte Auflage enthält 14 Handlungsempfehlungen – zwei mehr als bisher. Viele Empfehlungen sind bekannt und wissenschaftlich gut belegt. Einige wurden in dieser Auflage jedoch verschärft oder erweitert.

Neu ist außerdem: Erstmals richtet sich der Kodex nicht nur an Einzelpersonen, sondern auch an die Politik. Denn gesundes Verhalten braucht gesunde Rahmenbedingungen.

Die 14 Empfehlungen im Überblick

Persönliches Verhalten:

  1. Nicht rauchen – auch keine E-Zigaretten oder Vapes
  2. Passivrauchen vermeiden – in Wohnräumen und im Auto
  3. Gesundes Körpergewicht halten – wenig Zucker, Fett und stark verarbeitete Lebensmittel
  4. Regelmäßig bewegen – und weniger sitzen
  5. Ausgewogen essen – viel Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchte; wenig rotes und verarbeitetes Fleisch
  6. Keinen Alkohol trinken – die Empfehlung wurde verschärft: von „wenig trinken“ zu vollständigem Verzicht
  7. Stillen – so lange wie möglich; schützt Mutter und Kind
  8. UV-Strahlung meiden – kein Solarium, ausreichend Sonnenschutz

Umwelt und Arbeit:

  1. Krebsrisiken am Arbeitsplatz kennen und sich schützen
  2. Radon in Innenräumen messen lassen
  3. Luftverschmutzung reduzieren – z. B. durch öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder zu Fuß gehen

Medizinische Maßnahmen:

  1. Impfungen gegen Hepatitis B und HPV wahrnehmen
  2. Hormonersatztherapie nur nach ärztlicher Beratung und so kurz wie nötig einsetzen
  3. An Krebsfrüherkennungsprogrammen teilnehmen – für Darm-, Brust-, Gebärmutterhals- und Lungenkrebs

Was ist in dieser Auflage besonders?

Die fünfte Auflage bringt einige wichtige Aktualisierungen:

  • E-Zigaretten und Vapes werden erstmals ausdrücklich als Risikofaktor benannt.
  • Alkohol: Die Empfehlung lautet nun klar: vollständiger Verzicht – nicht nur „wenig trinken“.
  • Luftverschmutzung ist als neuer Risikofaktor aufgenommen worden.
  • Politik in der Pflicht: Erstmals enthält der Kodex auch Empfehlungen für Gesetzgeber – etwa höhere Steuern auf Tabak und Alkohol, bessere Stadtplanung und den Ausbau von Impfprogrammen.

Was bedeutet das für uns?

Wissenschaftler*innen schätzen, dass etwa 40 % aller Krebserkrankungen durch gesundheitsbewusstes Verhalten vermeidbar wären. Allein in Deutschland erhalten jährlich rund 520.000 Menschen eine Krebsdiagnose.

Das zeigt: Prävention rettet Leben. Und sie beginnt im Alltag – mit kleinen, konkreten Schritten.

Wir unterstützen Sie

Die Brandenburgische Krebsgesellschaft e. V. begleitet Menschen in Brandenburg bei Fragen rund um Krebs – von der Prävention bis zur psychosozialen Beratung nach einer Diagnose. Unsere Angebote sind kostenlos und niedrigschwellig.

Quellen: Europäischer Kodex gegen Krebs, 5. Auflage (IARC/WHO, 2026); Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe und des DKFZ, 02.02.2026

Sie möchten über unsere Veranstaltungen informiert bleiben?

Dann folgen Sie uns doch auf unseren Social Media Kanälen oder abonnieren Sie unseren Newsletter.

Wir senden keinen Spam! Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.